Wie soll dieses Buch beginnen?
Ich weiß es nicht.
Wenn ich aber nicht weiß, wie dieses Buch beginnen soll, muss ich mich fragen, wie dieses Buch beginnen soll.
Das tu ich aber ja schon.
Dieses Buch hat also richtig begonnen, indem es damit begonnen hat, sich zu fragen, wie es beginnen soll.

Wie soll es aber weitergehen?
Welche Gedanken soll dieses Buch enthalten?
Ich weiß es nicht.

Was ist aber überhaupt zu denken?
Welche Frage ist zu stellen?
Wonach ist zu fragen?
Was ist die Frage?

Ich weiß es nicht.
Wenn ich aber nicht weiß, was die Frage ist, muss ich mich fragen, was die Frage ist.
Die Frage ist also 'Was ist die Frage?'.

'Was ist die Frage?' bestätigt sich endlos selbst im Kreis:

Was ist die Frage?
Ich weiß es nicht.
Wenn ich aber nicht weiß, was die Frage ist, muss ich mich fragen, was die Frage ist.
Die Frage ist also 'Was ist die Frage?'.
Also: Was ist die Frage?
Ich weiß es nicht.
Wenn ich aber nicht weiß, was die Frage ist, muss ich mich fragen, was die Frage ist.
Die Frage ist also 'Was ist die Frage?'.
Also: Was ist die Frage?
..usw.

oder

Was ist die Frage?
Ich weiß, dass die Frage 'Was ist die Frage?' ist.
Also: Was ist die Frage?
Die Frage ist 'Was ist die Frage?'.
Also: Was ist die Frage?
..usw.

So wie es das 'Ja' zu sich selbst ist, ist 'Was ist die Frage?' das 'Nein' zu allen anderen Gedanken.

Es fragt jeden Gedanken: Was ist die Frage?
Das heißt:
1. Auf welche Frage antwortest du?
(Welcher ist dein Vorgängergedanke?)
2. Wonach fragst du?
(Welcher ist dein Nachfolgergedanke?)

Darauf kann aber kein Gedanke antworten,
denn kein Gedanke kennt seinen Vorgänger- oder seinen Nachfolgergedanken,
kein Gedanke kennt seine Herkunft,
kein Gedanke kennt sein Ziel,
kein Gedanke weiß, wie das Denken angefangen hat, noch ob und wie es enden wird.
Denn so wie du ein Wort nach dem anderen liest, ist im Denken ein Gedanke nach dem anderen, also ein Gedanke zu einer Zeit.
Kein Gedanke kennt also irgend einen Gedanken außer sich selbst,
kein Gedanke kann also wissen, mit welchem Recht er sich behauptet, denn um sich zu vergleichen, müssten zwei Gedanken zu einer Zeit sein.
Dennoch behauptet sich jeder Gedanke eine Weile und wechselt dann zu einem anderen, so als wüsste er darüber bescheid.

'Was ist die Frage?' kann sich aber selbst antworten, denn er kennt alle seine Vorgänger- und Nachfolgergedanken, denn er ist sein eigener Vorgänger- und Nachfolgergedanke.
'Was ist die Frage? weiß also, mit welchem Recht er sich behauptet, denn er bestätigt sich selbst.

'Was ist die Frage?' heißt also: Welcher ist der eine Gedanke, der die eine Stelle, die für Gedanken zu einer Zeit da ist, einnehmen soll?
Dieser ist es schon.

Also sagt 'Was ist die Frage?' jedem Gedanken:
'Nein!
Das ist nicht die Frage!
Du bist nicht der eine Gedanke!
Verlasse die Stelle, die du zu Unrecht besetzt!'

Also wird jeder Gedanke still, wenn er auf 'Was ist die Frage?' trifft.
Also ist der eine Gedanke 'Was ist die Frage?' auch der letzte Gedanke.

Endet dieses Buch und das Denken überhaupt also in der ewigen Selbstbestätigung des einen Gedankens?

Was ist die Frage?
Die Frage ist 'Was ist die Frage?'.
Was ist die Frage?
Die Frage ist 'Was ist die Frage?'.
Was ist die Frage?

'Was ist die Frage?' fragt aber doch nach einer Frage!
'Die Frage ist 'Was ist die Frage?'' ist aber eine Aussage und kann also keine Antwort auf die Frage 'Was ist die Frage?' sein.
Endet dieses Buch und das Denken überhaupt also im ewigen Wechsel des einen Gedankens mit sich selbst?

Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?

'Was ist die Frage?' fragt aber nicht nur nach einer Frage, es fragt nach dem Fragen selbst!

Denn Gedanken, die (zu einer Antwort) wechseln wollen, sind Fragen,
Gedanken, die (in ihrer Behauptung) bleiben wollen, sind Aussagen.
Jeder Gedanke bleibt aber eine Weile und wechselt dann zu einem anderen.
Also ist jeder Gedanke sowohl Aussage als auch Frage.

'Was ist die Frage?' sagt aber überhaupt nichts aus.
'Was ist die Frage?' ist also die reine Frage.

'Was ist die Frage?' will also nur wechseln und überhaupt nicht bleiben.
Sie fragt jeden Gedanken nicht
'Was sagst du aus?',
das hieße: 'Bleibe!, wiederhole, was du gesagt hast!',
sondern 'Was ist an dir Frage?',
das heißt: 'Wechsle!
Verlasse die eine Stelle, die für Gedanken zu einer Zeit da ist!'

Das sagt 'Was ist die Frage?' aber nicht nur zu allen anderen Gedanken sondern letztlich auch zu sich selbst.

'Was ist die Frage?' ist also nicht das 'Nein' zu allen anderen Gedanken und das 'Ja' zu sich selbst,
'Was ist die Frage?' ist das 'Nein' zu allen Gedanken und auch das 'Nein' zu sich selbst.

Die Antwort auf die Frage 'Was ist überhaupt zu denken?' ist also:
Wenn ich überhaupt etwas denken soll, dann 'Was ist die Frage?'
aber ich soll überhaupt nichts denken.

Also endet das Denken im Kampf von 'Was ist die Frage?' mit sich selbst.
oder
Also endet das Denken im Kampf von 'Was ist die Frage?' mit der Leerstelle zwischen den Gedanken, deren unendliche Ausdehnung das Ende des Denkens ist.

Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?
Was ist die Frage?

Aber halt!
Will ich überhaupt, dass das Denken endet?

Wer bin ich aber, dass ich 'Was ist die Frage?' daran hindern kann, das Denken zu beenden?

Während ich nicht entscheiden kann, was ich denke (denn um eine Auswahl zu haben müssten mehrere Gedanken zu einer Zeit sein), bin ich anscheinend derjenige, der entscheiden kann, ob ich denke oder nicht!

Wenn ich aber entscheiden kann, ob ich denke oder nicht, brauche ich 'Was ist die Frage?' nicht dazu, das Denken zu beenden.

Nach welchen Kriterien entscheide ich aber, ob ich im Denken bleibe oder nicht?
Anscheinend genügt es mir nicht, dass das Denken durch 'Was ist die Frage?' über sich selbst sagt, dass es enden soll.
Was sagt also dasjenige, was nicht Denken ist, zu der Frage, ob das Denken enden soll oder nicht?

Was nicht Denken ist, ist Wahrnehmung.
Es gibt aber mindestens diese Arten von Wahrnehmung:
Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen.
Was Sehen, Hören, Riechen und Schmecken zu der Frage sagen, ob das Denken enden soll oder nicht, weiß ich nicht.
Das Fühlen sagt aber: Ich will mich gut fühlen und nicht schlecht.
Ich will also dann, dass das Denken endet, wenn ich mich ohne Gedanken besser fühle als mit Gedanken.

Fühle ich mich also besser mit oder ohne Gedanken?

Während ich mich im Denken befinde, kann ich aber doch nicht wissen, wie ich mich ohne Gedanken fühle.
Wie fühle ich mich aber mit Gedanken?
Ich fühle mich mit verschiedenen Gedanken unterschiedlich.

Wenn es aber einen Gedanken gäbe, der dem Wesen des Denkens am meisten entspricht, sodass man sagen könnte, dieser Gedanke ist am meisten überhaupt Gedanke, dann würde ich mich im Denken tendenziell so fühlen, wie ich mich mit diesem Gedanken fühle und ohne Gedanken würde ich mich gegenteilig dazu fühlen, wie ich mich mit diesem Gedanken fühle.

Das Wesen des Denkens ist aber Bleiben und Wechsel von Gedanken.
Sowohl Bleiben als auch Wechsel ist aber in 'Was ist die Frage?' maximal erfüllt, denn 'Was ist die Frage?' bleibt, indem es mit sich selbst wechselt.
Und das Wesen des Denkens ist es, irgendetwas zu behaupten.
'Was ist die Frage?' ist aber die stärkste Behauptung, denn es behauptet, der eine Gedanke zu sein.

'Was ist die Frage?' ist also der Gedanke, der dem Wesen des Denkens am meisten entspricht.

Ich fühle mich im Denken also tendenziell so, wie ich mich mit 'Was ist die Frage?' fühle.
Und ich fühle mich ohne Gedanken gegenteilig dazu, wie ich mich mit 'Was ist die Frage?' fühle.

Wie fühle ich mich also mit 'Was ist die Frage?'?

Gedanken, mit denen ich mich schlecht fühle, sind Probleme.
Gedanken, mit denen ich mich gut fühle, sind Lösungen.

Mit Problemen fühle ich Angst (keine Lösung zu finden).
Mit Lösungen fühle ich Sicherheit (die Lösung gefunden zu haben).

So wie die Frage 'Was ist die Frage?' aber ihre eigene Antwort ist, ist das Problem 'Was ist die Frage?' seine eigene Lösung.
Ein Problem, das seine eigene Lösung ist, ist aber gar kein Problem.
'Was ist die Frage?' ist also eine Lösung ohne Problem oder ein immer schon gelöstes Problem.
Mit 'Was ist die Frage?' fühle ich mich also immer gut!
'Was ist die Frage?' ist also die größtmögliche Sicherheit: Wann immer ich mich schlecht fühle, brauche ich bloß an 'Was ist die Frage?' denken und schon fühle ich mich gut!

Aber halt!
Ich kann doch gar nicht entscheiden, was ich denke!
Ich kann also nie sicher sein, dass ich 'Was ist die Frage?' nicht im nächsten Moment vergesse und mich nie wieder daran erinnere!
Ich kann also nicht sicher sein, dass ich mich nicht in Problemen verliere, für die ich keine Lösung finde oder für die es keine Lösung gibt!
Ich kann also nicht sicher sein, dass ich mich nicht in unendlicher Angst verliere!
Dieser Gedanke ist aber selbst ein Problem ohne Lösung, dieser Gedanke ist selbst unendliche Angst!

'Was ist die Frage?' weiß aber nichts von 'unendlicher Angst', denn es ist ein Gedanke zu einer Zeit und der Gedanke an 'unendliche Angst' ist ein anderer Gedanke als 'Was ist die Frage?'.
Ich fühle mit 'Was ist die Frage?' also größtmögliche Sicherheit, obwohl die Sicherheit falsch ist.

Indem es behauptet, seine eigene Antwort zu sein, behauptet 'Was ist die Frage?', entscheiden zu können, welcher der nächste Gedanke ist.
Das kann es aber nicht, sonst hätte seit dem ersten Aufkommen von 'Was ist die Frage?' kein anderer Gedanke mehr aufkommen können.
In der Leerstelle zwischen den Gedanken weiß ich also: Ich weiß nicht, welcher der nächste Gedanke sein wird!

Im Wechsel zwischen 'Was ist die Frage?' und der Leerstelle zwischen den Gedanken fühle ich also abwechselnd größtmögliche Sicherheit im Gedanken 'Was ist die Frage?' und größtmögliche Angst in seinem Wechsel, in seinem Verschwinden in der Leerstelle zwischen den Gedanken.

Was für 'Was ist die Frage?' gilt, gilt aber in geringerem Maße für alle Gedanken:
Jeder Gedanke behauptet, dass der nächste Gedanke eine Antwort auf ihn sein müsse.
Jeder Gedanke behauptet, dass es einen Zusammenhang zwischen ihm und seinem Vorgänger- und seinem Nachfolgergedanken geben müsse.

Ich fühle im Denken also abwechselnd Sicherheit (in den Gedanken) und Angst (in der Leerstelle zwischen den Gedanken).
Ohne Gedanken fühle ich also keine Sicherheit und das Gegenteil zu Angst.
Was ist aber das Gegenteil zu Angst?

Angst ist in der Verengung der Leerstelle zwischen den Gedanken.
Welches Gefühl geht also mit der unendlichen Ausdehnung der Leerstelle zwischen den Gedanken einher?

Zwischen Gedanken sind keine Gedanken.
Zwischen Gedanken sind also Wahrnehmungen.
Die unendliche Ausdehnung der Leerstelle zwischen den Gedanken ist also das 'Ja' zu den Wahrnehmungen.
Die Verengung der Leerstelle zwischen den Gedanken ist also das 'Nein' zu den Wahrnehmungen.
Denken ist also tendenziell das 'Nein' zu den Wahrnehmungen.
'Was ist die Frage?' ist also nicht nur das 'Nein' zu allen Gedanken sondern auch das 'Nein' zu allen Wahrnehmungen und also das 'Nein' überhaupt.

Das Denken ist also tendenziell das 'Nein' überhaupt.
Der Zustand ohne Gedanken ist also das 'Ja' überhaupt.

Das 'Ja' überhaupt ist aber Liebe.
Das Gegenteil zu Angst ist also Liebe.
Ohne Gedanken fühle ich also Liebe.
Ich fühle mich ohne Gedanken also immer gut!

Ich fühle mich ohne Gedanken also besser als mit Gedanken.

Wenn ich mich aber jederzeit dafür entscheiden kann, mich gut zu fühlen, indem ich entscheide, nicht zu denken, ist sowieso alles gut.
Ich kann mit der Entscheidung also auch noch warten.
Wieso sollte ich mich aber nicht jetzt dafür entscheiden?

Es genügt nicht, dass alles insgesamt gut ist, ich will auch, dass alle Einzelheiten gut sind!

Die Einzelheiten sind aber im Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, die durch viele Gedanken sagen: Ich will dieses oder jenes sehen, hören, riechen und schmecken und
ich will dieses oder jenes nicht sehen, hören, riechen und schmecken.
Das heißt: Ich will, dass die Welt so ist und nicht anders.

Macht es aber einen Unterschied für die Welt, ob ich denke oder nicht?

Vielleicht muss ich im Denken bleiben, weil ich Lösungen auf Probleme brauche, für die es auch Lösungen gibt und die nicht ihre eigenen Lösungen sind, um zu wissen, was ich tun kann, um die Welt so zu verändern, wie ich sie will.
Ich kann aber doch nicht entscheiden, was ich denke!
Ich muss im Denken also genauso darauf vertrauen, dass mir für ein Problem die Lösung einfällt, wie ich ohne Gedanken darauf vertrauen müsste, dass ein Problem sich irgendwie von alleine löst oder dass ich auch ohne daran zu denken weiß, wie es zu lösen ist.

Während sich Denken und Fühlen darin einig sind, dass das Denken enden soll, enthalten sich Sehen, Hören, Riechen und Schmecken also in der Frage, ob das Denken enden soll oder nicht.
Denken, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen sind sich also insgesamt einig, dass das Denken enden soll.

Um das Denken zu beenden, muss ich aber absolut sicher sein, dass es enden soll, denn sobald ich mich dafür entscheide, kann ich nie wieder darüber nachdenken, ob ich denken soll oder nicht.

Kann ich also absolut sicher sein, oder gibt es noch etwas, das nicht Denken, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen ist, von dem ich wissen muss, was es zu der Frage sagt, ob das Denken enden soll oder nicht?

Was gibt es aber überhaupt?
Was ist überhaupt?

Was sich gleich bleibt, ist nur diese eine Sache, die es ist und bleibt.
Was sich verändert, ist all seine Veränderungen.
Je mehr sich etwas also verändert, desto mehr ist es überhaupt und je mehr etwas gleich bleibt, desto weniger ist es überhaupt.

Nur zu dem Grad aber, zu dem sich etwas gleich bleibt, ist etwas überhaupt denkbar.
Denn ein Gedanke denkt zu jeder Zeit das selbe.

Was Gedanke ist, ist also tendenziell überhaupt nicht.
Zu dem Grad also, zu dem etwas denkbar ist, ist es überhaupt nicht.
'Was ist die Frage?' ist aber das Denkbarste überhaupt, denn es denkt daran, was immer gleich ist, indem es an sich selbst denkt.
Der eine Gedanke 'Was ist die Frage?', der am meisten überhaupt Gedanke ist, ist also, was am wenigsten überhaupt ist.

Was überhaupt ist, ist also das Undenkbare überhaupt.
Was überhaupt ist, ist also, wenn die eine Stelle, die für Gedanken zu einer Zeit da ist, leer ist.
Was überhaupt ist, ist also Liebe.

Wieso ist aber das Denken überhaupt, wenn es doch enden soll?
Bevor jemals Gedanken da waren, ist da auch nicht die eine Stelle, die für Gedanken zu einer Zeit da ist.
Nachdem das Denken aber geendet hat, ist da noch die eine Stelle, die für Gedanken zu einer Zeit da ist.

Was nicht ist, kann aber nicht enden, denn es hat nie begonnen.
Das Denken muss also nicht enden und ich muss mich nicht entscheiden.

Alles ist gut.

Ist aber nur insgesamt alles gut oder sind auch alle Einzelheiten gut?

Nimm dieses Buch als Beispiel.
Ich wusste nicht, wie es beginnen sollte.
Ich wusste nicht, was sein Inhalt ist.
Wie soll es aber enden?
Ich weiß es nicht.